04/09
Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
für die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) war der Besuch des Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler ein besonderes Ereignis, wie der Vorstandsvorsitzende Armin Baumert betonte. Der knapp zweistündige Aufenthalt des Staatsoberhauptes in der Geschäftsstelle in Bonn unterstreicht die große Bedeutung des Kampfes gegen Doping für den Sport und für die Gesellschaft. Herr Prof. Dr. Köhler zeigte sich überzeugt vom Konzept der NADA und stellte ihrer Arbeit ein sehr gutes Zeugnis aus. Die NADA empfindet den ersten Besuch eines Bundespräsidenten als große Unterstützung und Würdigung ihrer Arbeit.
Bericht und Bild zum Besuch des Bundespräsidenten gibt es hier.
Weitere Informationen und Neuigkeiten haben wir wieder für Sie in unserem Newsletter zusammengestellt.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.
Ihr
NADA-Team
Aktuelles Thema
Alle Informationen auf einem Stick
Alle Athleten und Athletinnen des Registered Testpools (RTP) und des Nationalen Testpools (NTP) haben in den vergangenen Tagen eine Postsendung mit einem USB-Stick erhalten. Auf diesem Stick stellt die NADA alle wichtigen Informationen kompakt und problemlos transportierbar zur Verfügung: die geltenden Regelwerke vom NADA-Code 2009 bis zur Verbotsliste der WADA ebenso wie die Informations-Broschüren, Videos als Hilfe für die Benutzung des Meldesystems ADAMS sowie die Kontaktdaten aller Ansprechpartnerinnen und -partner bei der NADA.
NADA-Nachrichten
Ab Oktober: NADA übernimmt Wettkampfkontrollen für den DTTB
Der Deutsche Tischtennis Bund (DTTB) gehört zu den Verbänden, die künftig neben den Trainingskontrollen auch die Wettkampfkontrollen bei nationalen und internationalen Veranstaltungen von der NADA durchführen lassen. Der Vertrag mit dem DTTB tritt zum 1. Oktober 2009 in Kraft. Durch eine separate Vereinbarung im Auftrag des DTTB wird die NADA bereits die Wettkampfkontrollen bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Stuttgart (13. bis 20. September 2009) organisieren. Für die NADA ist dies ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem einheitlichen Kontrollsystem in Deutschland.
Verstärkung: Datenschutzbeauftragter und Ombudsmann
Die NADA hat Dr. Wolfgang von Pommer Esche zum externen Datenschutzbeauftragten bestellt. Er übernimmt zugleich die Funktion eines Ombudsmannes für Athletinnen und Athleten sowie andere, deren personenbezogene Daten die NADA verarbeitet. Dr. Wolfgang von Pommer Esche ist Ministerialrat a.D. und war früher Referatsleiter beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). Dr. von Pommer Esche ist erreichbar unter der Telefonnummer 0151/54440607.
Gut zu wissen: ATUEs werden umgestellt
Zum 1. Januar 2009 wurde das vereinfachte Verfahren bei den Medizinischen Ausnahmegenehmigungen (ATUE) abgeschafft und im Fall von Beta-2-Agonisten durch Standard-TUEs (RTP und NTP) oder retro-aktive TUEs (ATP) ersetzt. Da die alten Ausnahmegenehmigungen auch mit längerer Laufzeit dadurch nur noch für eine Übergangszeit bis 31. Dezember 2009 Gültigkeit besitzen, schreibt die NADA ab September alle betroffenen Athletinnen und Athleten an und teilt ihnen mit, welche Unterlagen bzw. Tests sie für die Umwandlung nachliefern müssen.
Vorsicht geboten: Warnung vor Methylhexanamin
In den vergangenen Wochen wurde mehrfach über die Substanz Methylhexanamin diskutiert, da es diverse positive Fälle gab. Die Substanz ist eine dem Stimulans Tuaminoheptan strukturell verwandte Verbindung und daher durch die WADA-Regularien verboten. Sie hat eine ähnlich stimulierende Wirkung wie Ephedrin und wurde früher als Wirkstoff für abschwellendes Nasenspray genutzt. Heute wird sie allerdings nicht mehr pharmazeutisch verwendet, soll aber ein "natürlicher" Bestandteil von Party-Drogen sein. Methylhexanamin kommt als natürliche Substanz in Extrakten der Geranium-Wurzel vor, und das kann auch zum Problem für Sportlerinnen und Sportler werden: Auf Verpackungen von Nahrungsergänzungsmitteln ist nur "Geranium root extract" deklariert – somit wird vor der Gefahr einer unwissentlichen Einnahme der verbotenen Substanz gewarnt.
Aus der Regelecke
Indirekter Doping-Nachweis
Neben dem direkten Nachweis von Doping durch eine positive Probe (2.1 NADA-Code: "Ein Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen ist das Vorhandensein einer Verbotenen Substanz, ihrer Metaboliten oder Marker in der Probe eines Athleten") ist auch der indirekte Nachweis von Doping möglich, und zwar schon seit Bestehen des WADA- und des NADA-Codes: Nach Artikel 2.2 NADA-Code gilt nämlich als Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen auch "der Gebrauch oder der Versuch des Gebrauchs einer Verbotenen Substanz oder einer Verbotenen Methode durch einen Athleten", unabhängig vom Vorhandensein einer Dopingsubstanz in einer Probe. Im neuen WADA- bzw. NADA-Code wurde dieser Artikel lediglich ergänzt mit einem Kommentar, der Beispiele liefert, was alles als Indiz dienen kann. Also zum Beispiel Zeugenaussagen, Belege, sonstige Dokumente, Longitudinalstudien oder andere analytische Informationen und Ähnliches. Kommt das zuständige Sanktionsgremium zu der Auffassung, aufgrund der Indizien liege eine Wahrscheinlichkeit für einen Verstoß bei mehr als 50 Prozent, kann die Athletin oder der Athlet verurteilt werden. Kann sie oder er diese Indizien so weit erschüttern, dass zu 50 Prozent davon auszugehen ist, dass kein Verstoß vorliegt, ist die Athletin oder der Athlet freizusprechen.
Vorgestellt: die Abteilungen der NADA

- Ulrike Spitz, Leiterin der Abteilung Prävention und Kommunikation
Abteilung Prävention und Kommunikation
In der Abteilung Prävention und Kommunikation sind neben der Abteilungsleiterin Ulrike Spitz die Präventionsreferentin Sonja Gröning und der Präventionsreferent Dominic Müser tätig. Gemeinsam mit dem für die Prävention zuständigen Vorstandsmitglied Dietmar Hiersemann setzt die Abteilung die Präventionsprojekte um, die vom Bundesministerium des Innern (BMI) finanziert werden. Die Prävention wird von der NADA als außerordentlich wichtig für einen effektiven Anti-Doping-Kampf eingestuft. Vor allem die Nachwuchssportlerinnen und -sportler sollen über Doping und die schwerwiegenden Folgen informiert und aufgeklärt werden, bevor sie gegebenenfalls damit konfrontiert werden. Ähnlich wichtig ist aber auch die Diskussion mit dem Umfeld, also mit Trainerinnen und Trainern, Betreuerinnen und Betreuern, Eltern, Lehrkräften, aber auch Fachkräften aus Medizin und Physiotherapie, Mitarbeitenden in Apotheken sowie Funktionären, Medien und Sponsoren. Die Projekte umfassen unter anderem Broschüren speziell für Jugendliche oder für Eltern, Internetauftritte, eine Infotour durch die Eliteschulen des Sports in Deutschland mit dem NADA-Infostand bis hin zu einem USB-Stick mit allen relevanten Informationen für die deutschen Top-Athleteninnen und -Athleten.
Die ehrenamtliche Arbeitsgruppe Prävention, die von Dietmar Hiersemann geleitet wird und in der Expertinnen und Experten aus allen wichtigen Partner-Organisationen mitarbeiten, unterstützt die NADA-Präventionsarbeit.
Die NADA ist durch die Aktualität des Themas Doping sehr präsent in der öffentlichen Wahrnehmung und wird viel von Medien angefragt. In der Kommunikation ist die Information der Medien und der Öffentlichkeit über die komplexen Inhalte des Anti-Doping-Kampfes einer der Schwerpunkte. Die NADA organisiert unter anderem jährlich eine Jahres-Pressekonferenz, veranstaltet einen Journalisten-Workshop, veröffentlicht Jahresberichte sowie zahlreiche Pressemitteilungen. Alle relevanten Informationen sind auf der Homepage zu finden und werden ständig aktualisiert.
Online-Angebote der NADA
Reflexion
Der Sieg-Niederlage-Code
Der Hochleistungssport - und mit ihm auch der Nachwuchsleistungssport - ist den Prinzipien Leistung, Wettbewerb und Fairness verpflichtet. Doch je mehr der Sport von ökonomischen Interessen bestimmt wird, umso mehr verengt sich diese Ausrichtung auf den Code von Sieg und Niederlage. Wo nur noch Rekorde und Medaillen wahrgenommen und honoriert werden, geraten Athletinnen und Athleten, aber auch Trainerinnen und Trainer enorm unter Druck. Die Trainer-Plattform möchte zum kritischen Nachdenken über diese Systemzwänge und ihre Folgen anregen. Außerdem werden hier Möglichkeiten aufgezeigt, junge Athletinnen und Athleten in ihrer Persönlicheitsentwicklung zu unterstützen und für den Umgang mit Leistungsdruck, Niederlagen und Krisen zu stärken. Denn eine starke Persönlichkeit ist der beste Schutz vor der Versuchung, zu Doping zu greifen.
Interaktives Angebot
Neue Wege zum Wissen: die Bodymap
Mit der Bodymap auf highfive.de hat die NADA ein Angebot entwickelt, das speziell auf die Nutzungsgewohnheiten junger Athletinnen und Athleten zugeschnitten ist. Denn Untersuchungen zum Nutzungsverhalten jugendlicher Online-Nutzerinnen und -Nutzer zeigen: Je jünger die Zielgruppe ist, umso wichtiger sind interaktive Zugänge und bildliche Darstellungen.
Die Bodymap macht den Körper zur Landkarte, auf der per Mausklick die Auswirkungen von Doping auf die verschiedenen Körperregionen und Organe erkundet werden können. Die Informationen zu den Dopingfolgen werden in kurzen, leicht verständlichen Texten präsentiert. Wer es genauer wissen will, gelangt über die Linkliste oder das Lexikon zu ausführlichen und vertiefenden Informationen zum jeweiligen Thema.
Impressum
Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland ist eine Stiftung des Bürgerlichen Rechts.
Kontakt:
Nationale Anti Doping Agentur
Heussallee 38
D-53113 Bonn
Tel.: +49 228 / 81292-0
Fax: +49 228 / 81292-219
Mail: info@nada-bonn.de
Vertretungsberechtigte:
Die NADA wird durch den Vorstandsvorsitzenden oder den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und jeweils ein weiteres Vorstandsmitglied in Gesamtvertretung vertreten.
Vorstandsmitglieder sind: Armin Baumert (Vorstandvorsitzender), Dietmar Hiersemann (Stellvertretender Vorsitzender, zuständig für Prävention), Prof. Dr. Rudhard Klaus Müller (Medizin & Analytik), Prof. Dr. Martin Nolte (Recht), Sebastian Thormann (Medizin & Athleten), Dr. Göttrik Wewer (Geschäftsführer) - sämtlich zu erreichen über o.g. Hausanschrift.
Kuratorium:
Vorsitzender: Hanns Michael Hölz
Zuständige Aufsichtbehörde:
Bezirksregierung Köln, Zeughausstr. 2-10, 50667 Köln, sowie der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen als oberste Aufsichtsbehörde
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz:
DE 228 645 204
Inhaltlich Verantwortliche gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:
Ulrike Spitz (Kommunikation)
Konzept, Design und Entwicklung:
Kühn Medienkonzept & Design GmbH
Chronos-Platz 1
D-53773 Hennef
Hosting:
Continum AG
Bötzinger Str. 29a
D-79111 Freiburg
Internet: www.continum.net




